Q&A

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Wie schaut dein Arbeitsplatz aus?

Messy. Mein Arbeitsplatz ist wie ein Stück Dschungel: Kaum rode ich ihn und freu mich an der lichten Ordnung, schon wächst er wieder zu. Er ist ein rebellisches Biotop und beherbergt alle möglichen Dinge: Rechner, Wacom-Tablett, Schoko, Stifte, Skizzenhefte, Bücher, Klebebänder, Scheren, halbvolle Wassergläser, Ringe, Locher, Dosen, …

In welchem Stil, welcher Technik arbeitest du?

Grundsätzlich schaue ich, welche Technik zu welchem Inhalt passt. Bei Sachillustrationen und Infografiken strebe ich klare Linien und Farbflächen an (Vektorprogramme eignen sich sehr gut dafür). Für Character und erzählerische Darstellungen greife ich eher zu Photoshop und Analogmaterial: ich skizziere sehr gern mit Kugelschreibern oder Bleistiften. Manchmal nehme ich Marker, um den Skizzen rasch Tiefe zu verleihen oder Aquarellfarben für Farbakzente oder Hintergründe. Insgesamt dominieren in meinen Zeichnungen die Outlines und der Weißraum. Farbe setze ich oft nur hervorhebend oder blicklenkend ein.

Arbeitest du digital oder analog?

Vor allem digital: in Adobe Illustrator und Photoshop, früher auch in Corel Painter. Das Skizzieren von Bildideen und Sujet-Kompositionen mach ich allerdings weitgehend am Papier. Der analoge Strich kommt mir ungebremster vor und ausdrucksstärker. Außerdem mag ich die Haptik unterschiedlicher Materialien und ihr Wechselspiel.

Findest du digitale oder analoge Illustrationen schöner?

Schön finde ich, wo Hingabe spürbar ist. Die finde ich in Piotr Sochas Bienen und Emily Gravett’s Little Mouse’s Big Book of Fear ebenso wie in den eigenwilligen 1001 Nacht Bildern von Mouche Vormstein oder in den unglaublich sicher gezeichneten Sujets antiker Kunstwerke, auf griechischen Vasen zum Beispiel.

Was zeichnest du besonders gern?

In den letzten Jahren sind das vor allem drei Felder, die mich faszinieren: Das ist zum einen Character Design – die Entwicklung von Figuren, das Einfühlen in ihre Bewegungen und Stimmungen. Dann Fiction – das Erzählen von Geschichten, der Aufbau von Szenen und das Zusammenspiel von Figuren und Umgebung. Fiction-Illustrationen mache ich vor allem für Verlage, manchmal auch Unternehmen. Und dann ist da noch meien dritte und längste Liebesbezeihung: die sachliche Darstellung.

Warum sind es gerade diese Felder, die dich interessieren?

Ich glaube, dass sich in diesen Vorlieben Wesenszüge von mir spiegeln, Eigenschaften, die mich ausmachen oder die ich anstrebe: Klarheit, Struktur, Beschränkung auf Wesentliches, Fantasie, Verspieltheit, Dada, Verstand und Seele in Verbindung bringen, solche Dinge.

Wie entwickelst du Ideen und Bildkonzepte?

Zuerst notier ich in Thumbnails und Scribbles, in kleinen raschen Skizzen, was mir alles zum Thema einfällt. Dann bitte ich die Auftraggeber um eine ungesteuerte Niederschrift ihrer eigenen Ideen und Assoziationen oder um Rohskizzen (Egal wie ungelenk die sein mögen – sie zeigen die inneren Bilder). Auch Internet-Recherche hilft: Begriffe eingeben, die neue Assoziationen schaffen. Besonders wertvoll finde ich den Austausch mit anderen, ihre unterschiedlichen Zugänge.

Wie entsteht eine Illustration?

Sobald das Honorar vereinbart und ein Auftrag erteilt ist, beginne ich mit Entwürfen. Eine Auswahl davon sende ich an die Auftraggeber. Von ihnen bekomme ich dann Änderungswünsche oder eine Freigabe, das heißt ein Einverständnis für einen bestimmten Entwurf. Auf eine Überarbeitung erfolgt ein zweites Feedback. Nach gesonderter Vereinbarung gibt’s zuweilen auch weitere Entwurfs- und Feedbackschleifen. Sind die Auftraggeber mit den Entwürfen zufrieden, mach ich mich an die Ausarbeitung im jeweils vereinbarten Stil. Diese Phase kann je nach Projekt auch geteilt in Zeichnung und Colorierung erfolgen. Feedback und Freigaben stellen dabei sicher, dass die Richtung stimmt. Sobald das Projekt abgeschlossen und das Honorar beglichen ist, steht dem Auftraggeber die Werknutzung im vereinbarten Umfang zur Verfügung.

Wer sind deine Auftraggeber?

Ich arbeite für deutsche und österreichische Verlage, für Unternehmen und Organisationen. In ABOUT ME kannst du sehen, bei wem konkret meine Illustrationen Anwendung finden.

Wie wird ein Illustrationsauftrag erteilt?


Üblicherweise erhalte ich eine Anfrage per Mail oder Telefon mit kurzer Projektbeschreibung und Bitte um Kostenschätzung. Meist hole ich mir dann telefonisch nähere Infos zum Auftrag ein. Auf Basis dieser Infos erstelle ich dann ein Angebot für das gesamte Projekt oder zuweilen auch nur mal für Erstentwürfe. Nach Austausch und Übereinkunft das Honorar betreffend, kann ich mit einer schriftlichen Auftragsbestätigung die eigentliche Illustrationsarbeit beginnen.

Wann machst du Angebote nur für Erstentwürfe?

Ein reines Entwurfsangebot mache ich, wenn sich der Aufwand eines Illustrationsprojektes ohne Einarbeitung schwer abschätzen lässt. Oder wenn die angestrebte visuelle Form eines Projektes noch sehr unkonkret ist und einer grundlegenden Formsuche bedarf. Bei Erstaufträgen weise ich manchmal auf die Möglichkeit einer separaten Erstenwurfsphase mit Abschlaghonorar im Ablehnungsfall hin.

Was ist ein Abschlaghonorar?

Das Abschlaghonorar ist eine Aufwandsentschädigung – ein prozentueller Teil des vereinbarten Honorars oder eine im Vorhinein vereinbarte Summe. Dieses Honorar wird dann gezahlt, wenn Entwürfe oder ganze Illustrationen nicht in die gewünschte Richtung gehen und eine Überarbeitung daran nichts ändert.

Was passiert, wenn Illustrationen nicht in die gewünschte Richtung gehen?

Erstentwürfe gefallen nicht immer auf Anhieb oder zur Gänze. Das ist auch natürlich, weil wir alle untschiedliche Perspektiven auf einen Gegenstand haben und diese Vorstellungen nicht leicht zu erfassen sind. Dass sich die Vorstellungen von Gestaltern und Auftraggebern ist aber auch sehr nützlich: Es regt zur Reflexion an, welche Gestaltlösung dem Gegenstand besser entspricht. Entwürfe machen Gedanken oft auch erst fassbar. Das Annahmen, Verwerfen und Überarbeiten ist also wichtiger Teil des Gestaltprozesses. Wenn dieser Teil allerdings zu lange geht, is ein Hund im Weg selbst oder in der Kommunikation.

Kommt es vor, dass du Aufträge ablehnst?

Ja, das kommt vor. Wenn ich schon bei einer Anfrage spüre, dass mir ein Thema nicht liegt oder wenn ich ein Produkt oder einen Inhalt aus ethischen Überlegungen nicht bewerben möchte. Es kommt auch vor, dass ich ein Thema spannend finde aber beim Entwerfen merke, dass ich keine angemessene Übersetzung dafür entwickeln kann. In diesem Fall biete ich meist eine vergünstigte Aufwandsentschädigung für die geleistete Entwurfsarbeit und empfehle KollegInnen, die sich eignen könnten.

Wie schnell arbeitest du?

Das hängt davon ab, wie viele Aufträge im gleichen Zeitraum zu erfüllen sind, wie komplex ein Thema oder die geplante Umsetzung ist und ob ich den Zugang dazu leicht oder schwer finde. Im Allgemeinen fällt es mir leicht, rasch zu skizzieren und Bildideen zu entwickeln, während Ausarbeitungen je nach Technik und Aufwand unterschiedlich lange dauern.

Wie viel kostet eine Illustration bei dir?


Das ist gute Frage. Ich kann sie allerdings ohne Infos zum konkreten Wunschsujet nicht beantworten. Illustrationen sind im Regelfall abgestimmt auf die Wünsche und Vorgaben unterschiedlicher Auftraggeber. Sie sind daher auch selten übertragbar. Wie viel eine Illustration kostet, hängt also im Wesentlichen von den Auftragszielen und -vorgaben ab: von der inhaltlichen und formalen/stilistischen Komplexität des gewünschten Sujets, vom Detailumfang, von der Zahl der Enwürfe und Überarbeitungen ab. Auch der geplante Nutzungsumfang spielt eine Rolle. Wenn ich also nähere Infos zu einem potentiellen Auftrag habe, kann ich ein unverbindliches Angebot stellen.

Was ist dir wichtig?

Ich möchte Arbeit machen, die Bestand hat und das Leben der Menschen, für die meine Bilder bestimmt sind, leichter tragbar macht. Im Entstehungsprozess schätze ich die sachliche Auseinandersetzung mit den Auftraggebern: Entspricht der Entwurf, die Ausarbeitung der geplanten Funktion? Ist die visuelle Übersetzung verständlich und sinnlich erfassbar? Ich mag es, wenn Auftraggeber konkrete Vorstellungen haben, wenn sie diese verteidigen aber auch in der Lage sind, davon abzurücken. Das steigert die Qualität – wenn es tatsächlich um die Sache geht. Auch wenig definierte Aufträge finde ich spannend, wenn sich beide auf das Abenteuer der Formfindung einlassen und damit auf unerwartete Lösungen gefasst sind.

Was gefällt dir an deiner Arbeit, und was nicht?

Der geschäftliche Teil ist momentan eine Herausforderung, auch weil er mehr Zeit nimmt als mir lieb ist. Was ich am meisten liebe und am frustrierendsten finde, ist die Entwurfsphase: im Skizzieren kommen manchmal spontane Ideen, manchmal kommt auch lange Zeit nichts oder nichts Befriedigendes und man will schon alles hinwerfen! Was ich noch mag am Illustrieren ist die Begrenzung, die ein Auftrag vorgibt. Sie nimmt der Gestaltungsfreiheit das Überwältigende. Auch den Feedbackprozess find ich fast immer wertvoll: es schmerzt zuweilen, sich von eigenen Ideen und Arbeitsschritten zu verabschieden, führt aber oft zu besseren Gestaltungslösungen oder zu persönlichen Einsichten.

Wie hast du Zeichnen gelernt?

Das ist schwer zu sagen, weil sich Einflüsse erst nach und nach und vermischt zeigen: Bestimmt habe ich von meiner betriebsamen Familie gelernt, von der umgebenden Natur, von Film und Fernsehen und vom intensiven Studium der wenigen verfügbaren Medien: den Goscinny-Comics, den Versandhauskatalogen, der zahlreichen Garten-, Koch- und Handarbeitsliteratur, den reißerischen Reader’s Digest Heften und dem lokalen Sterbeblättchen … Ihnen allen verdanke ich mit hoher Wahrscheinlichkeit meine Gestaltkenntnisse, meine Raumvorstellung und mein kreativ-dramaturgisches Vermögen.

Welche ZeichnerInnen inspirieren dich heute?

Uff, da gibt’s viele: Ich mag das Freche und Freie in den scribbly images von Quentin Blake, den Humor und die lakonische Verdichtung in den Figuren und Texten von Nicolas Mahler. Im Bereich der Sachillustration inspiriert mich die Dramaturgie in den Schiffs- und Industriearchitekturzeichnungen von Lili Réthi; die zurückhaltend und dabei phantasievoll und geistreich illustrierte sachliche Erzählung Shackelton’s Journey von William Grill oder die IL-Infografiken des Francesco Franchi-Teams. Vor Kurzem entdeckt habe ich das wunderschön gestaltete A River von Marc Martin .

Nur eine Frau?

Nein, drei: Lili Réthi, Emily Gravett und Mouche Vormstein (was für ein Name!)!  Aber stimmt, Schande über mich, ich muss mir viele Frauen bewusst ins Gedächtnis holen: Beatrix Potter als Klassikerin, Sarah Andersen als aktuelle Zeichnerin und die Illustratorinnen in Good Night Stories for Rebel Girl verdienen eine intensive Recherche. Ah ja, sehr beeindruckend auch Sarah Paley als Comic Artist und mit Ihrem Animationsfilm ‚Sita sings the Blues‘. Weitere besondere Frauenwerke oder auch Männern oder wem auch immer mir bitte gerne weitersagen!

Hattest du Vorbilder?

Ich bin mit Asterix und Lucky Luke aufgewachsen, mit den Märchenillustrationen von Ludwig Richter und den Zeichnungen in Preußlers Die kleine Hexe. Das war mein kleines künstlerisches Universum und hat mich bestimmt geprägt. In jedem Fall war ich fasziniert von der Lebendigkeit der Figuren und hab tapfer versucht, diese Ausdrucksstärke in Mimik und Gestik nachzuahmen.

Zeichnest du alles aus dem Kopf?


Nein, das kann ich nur zum Teil. Was ich schon öfters gezeichnet habe, krieg ich ohne Anschauungsmaterial hin. Aber das verführt auch dazu, den jeweiligen Gegenstand nicht mehr neu zu wahrzunehmen. Das kann Zeichnungen lähmen. Darum finde ich das Zeichnen nach Natur oder Bildern hilfreich und gut.

Wie entsteht ein Character?

Meine Character haben ein Eigenleben. Oft entziehen sie sich gerade anfangs allen Gestaltungsversuchen! Sie lassen sich nur widerwillig formen oder zeigen sich anders als ich mir das vorstelle. Oft wollen sie dutzendfach skizziert und verworfen, diskutiert und beschworen werden, bevor sie sich für eine Form entscheiden. Prinzessinnen sind das! Manche tauchen auch ganz unverhofft auf, wie beispielsweise BettyButter. Oder sie gesellen sich einem bestehenden Character zu, um sein Wesen zu verdeutlichen. Das war bei Henne Hella so oder beim Alltagshund. Die Oommh-Katze wiederum fusst auf einer Mila-Porzellanfigur und Verlagsvorgaben und hat am Papier ein ganz eigenes Leben angenommen.

Träumst du von deinen Charactern?

Bis jetzt nur von jenen, die ich ohne Auftrag geschaffen habe.

Unterrichtest du auch?


Ja, wenn ich dazu komm und glaube, dass ich ein Thema kompetent vermitteln kann. Letztes Jahr habe ich das drei Mal geglaubt, bei zwei Workshops zu Buchgestaltung und kreativen Techniken und einem Semesterkurs zum Thema Illustration als Beruf. Dieses Jahr kommt eine Neuauflage von Adobe Illustrator und Digital Design .

Wie viel Talent braucht man für diesen Beruf?

Talent erleichtert sicher den Einstieg, vielleicht auch den ganzen Prozess. Andererseits schaffen viele auch durch Hingabe und Übung, was andere mit Talent erreichen. Wenn man die Zeichnungen von Richard Feynman anschaut oder von Dylan Moran – ich weiß nicht, ob das Talent ist oder einfach das lebhafte Interesse am Zeichnen an sich. Vielleicht ist das letztlich auch dasselbe. Fähigkeiten, die in der selbständigen Arbeit als Illustratorin letztlich aber gewichtiger wirken sind geschäftliches Geschick, Zuverlässigkeit, Struktur, Übung, Einfühlungsvermögen, vielseitiges Interesse und viel soziales Vermögen.

Wie kann man in diesen Beruf einsteigen?

Viele IllustratorInnen bauen auf eine künstlerische oder grafische Ausbildung auf, manche sogar auf ein eigenes Illustrationsstudium (in Österreich bis dato nicht available). Ein Teil der IllustratorInnen sind offenbar Autodidakten. Das notwendige Knowhow erwerben die meisten meiner Erfahrung nach jedenfalls mit konkreter Arbeitserfahrung. Weil das ein mühsamer Weg ist, vermittelt die deutsche Illustratorenorganisation MentorInnen für Berufsanfängerinnen, was ich super finde! Ich selbst bin keine Mentorin, versuche aber in anderer Form Wissen weiterzugeben.

Was machst du, wenn du nicht arbeitest?

Ich sitze, staune, wundre mir … schaue gerne Geschichte-Dokus, okkupier die Bücher meines Freundes, erfreu mich an Sprachspielen und britischem Humor und recherchiere weltumspannende Gebrauchskunst. Darüber hinaus, esse ich sehr sehr gern, lausche mit Hingabe dem Regen, warte auf Schnee in der Stadt und blühe auf, wenn die Sonne sämtliche Farben belebt und mich dazu.

LUST AUF WEITERE ABENTEUER? – JUMP IN!

Weil wir in Bildern denken, berühren uns Bildgeschichten ganz besonders. Sie überzeugen, wenn sie uns verzaubern und erzählen, was uns im Innersten bewegt.

Characters beleben abstrakte Inhalte und schaffen Sympathie. Ausdrucksvolle Figuren und Tiere, die mit Humor, Stärken und Schwächen für Identifikation und Wiederekennung sorgen.

Bilder, die auf einen Blick erklären, was ansonsten wortreich beschrieben werden müsste. Sie vermitteln selbst komplexe Botschaften attraktiv, direkt und unmissverständlich.

Lisa Manneh

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© 2018 Lisa Manneh

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